Verfasst am: 11 Mai 2009 21:24 Titel: Erste Schritte zur Eingrenzung von Fehlern
Hier mal ein kleines HowTo, wie man Fehler eingrenzen kann und wie einige Programme bedient werden. Dieser Artikel wird ständig erweitert, also keine Garantie auf Vollständigkeit und Fehlerfreiheit.
Hier sind Testprogramme verlinkt. Weiter ist dort eine Diagnose-CD downloadbar, von der man booten und die angegebenen Programme starten kann.
Speichertest
Es hat sich als sinnvoll herausgestellt, als ersten Hardwaretest einen Speichertest durchzuführen. Gerade der Speicher ist für sehr viele Fehler verantwortlich. Auch wenn Grafikprobleme bestehen, kann dies durch den Speicher verursacht werden. Hier ist bitte darauf zu achten, dass wirklich von einer CD, einem USB-Stick oder einer Diskette gebootet wird. Ein Test aus dem Betriebssystem heraus ist eher unvorteilhaft, weil ein defektes Betriebssystem auch Fehler verursachen kann
Das Programm der Wahl ist hier Memtest86+ in der jeweils aktuellsten Version. Sobald auch nur ein Fehler gefunden wird, kann der Test abgebrochen werden, dann ist der Speicher defekt. Bitte unbedingt den Test notieren (1-8), bei dem der Fehler aufgetreten ist, da man hieraus weitere Schlüsse ziehen kann (wenn ein Fehler (rot markiert) auftritt, steht die Nummer des Tests, bei dem der Fehler aufgetreten ist, in der ersten Spalte). Wenn nach einem Durchgang kein Fehler gefunden wurde, den Test einfach weiter laufen lassen. 4-5 Durchgänge sollten es schon sein. Bei OC-Systemen empfiehlt es sich sogar, den Test über Nacht laufen zu lassen.
Als nächsten Schritt, wenn Memtest keinen Fehler ausgespuckt hat, aber dennoch die Vermutung nahe liegt, dass ein Speicherfehler vorliegt, kann man LinX mit max. Speichergröße starten. Treten hier Berechnungsfehler auf, kann ein Speicherfehler vorliegen. Zur Abgrenzung, ob ein Prozessorfehler vorliegt, den Test ohne Beteiligung vom Speicher laufen lassen.
Festplattentest
Als Festplattentest haben sich hdtune, ES-Tool (Samsung-Platten) oder der IBM/Hitachi-DriveFitnessTest (DFT / für alle anderen Platten) bewährt.
hdtune wird aus dem Betriebssystem heraus gestartet, die beiden anderen Tests aus einer reinen DOS-Umgebung (also von CD/USB-Stick/Diskette).
Melden der DFT oder ES-Tool Fehler (ein Fehlercode), dann ist die Platte defekt. Bitte diesen Fehlercode und die verwendete Version der Testprogramme merken.
Bei hdtune zuerst im Reiter "Health" die Smart-Werte überprüfen. Hier sollte kein Eintrag gelb oder rot markiert sein. Ausnahme bei Samsung-Festplatten der B8-Fehler, der von hdtune falsch interpretiert wird und gelb markiert sein darf, aber nicht rot. Sobald der B8-Fehler rot markiert ist, wird auch ES-Tool einen Smart-Fehler melden, vorher nicht.
Nach Sichtung der Smart-Attribute sollte ein kompletter Oberflächenscan gemacht werden. Achtung: ab 250GB dauert der Test schon etwas länger. Zeit für ein Käffchen
Ein weiteres sehr nettes Freeware-Programm ist HDDScan.
Temperaturüberwachung
Wichtig vor allem bei dem CPU-Stresstest ist die Temperaturüberwachung des Systems. Bitte nicht wundern, dass fast kein Temperaturprogramm identische Werte hat. Intel hat nur die Werte für Distance to TightJunction Max herausgegeben, die Werte der Programme werden nach individuellen Algorithmen errechnet. So kann es durchaus vorkommen, dass von Programm zu Programm Unterschiede von bis zu 10°C angezeigt werden.
Prozessor-Stress-Test
Hier haben sich Programme wie prime95, IntelBurnTest oder LinX als hilfreich erwiesen.
zu prime95: auf dem FTP-Server von mersenne.org findet man immer aktuelle Versionen. Nichts desto trotz produziert prime95 mit dem blend-Test Fehler bei aktuellen Prozessoren (v.a. PhenomII und Q9er-Serie). Hier bitte unbedingt den small ffts Test auswählen.
zu LinX: ich schlage vor, erstmal mit den Defaults zu starten. Wird der Test gestartet, blinkt der Statusbalken grün. Bei einem Fehler blinkt der Balken rot und der Test bricht ab. Bei erfolgreichen Durchlauf blinkt der Balken blau.
Weitere Einstellungsmöglichkeiten zu LinX weiter unten im 3. Post
Grafikkartentest
Hier reicht es nicht aus, nur einen Test laufen zu lassen.
Der FurMark-Test eignet sich besonders gut, die Karte temperaturmäßig unter Last zu setzen. Als Einstellung bitte den Stress-Test wählen, die passende Auflösung und max AntiAliasing einstellen. Genaue Einstellungen weiter unten im 3. Post.
Als weiteren Test z.B. 3DMark (wenn es geht die Demo im Loop mit max Einstellungen) oder andere Tests laufen lassen. Wer das Spiel Crysis sein Eigen nennen kann, hat mit dem Crysis benchmark Tool ein mächtiges Werkzeug zur Hand.
Der Resident Evil Benchmark eignet sich auch hervorragend, die Karte im Loop unter Last zu setzen. In den Einstellungen alle Werte auf max setzen und dann den Test 1 starten. Ist der Test durchgelaufen, nicht mit Esc abbrechen, sondern einfach weiter laufen lassen.
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Zuletzt bearbeitet von patsch am 24 Jan 2010 00:38, insgesamt 12-mal bearbeitet
die Ereignisanzeige
bei Fehlern oder Freezes lohnt ein Blick in die Ereignisanzeige des Systems, um zu schauen, ob ein zeitliche passender Eintrag generiert wurde.
Unter XP ist die Ereignisanzeige in der Systemsteuerung unter Verwaltung zu finden, hier für Vista.
der Gerätemanager
tauchen im Gerätemanager noch gelbe Frage- oder Ausrufezeichen auf, so sind noch nicht alle Treiber installiert. Dies kann zu Fehlern führen.
bei Bluescreen Neustart verhindern
unter XP kann man dies schnell mit dem Tool XPAntispy einstellen, ansonsten hier eine Anleitung
Der Bluescreen-Code ist sehr hilfreich, bitte den Code merken.
die Minidump-Dateien
Die Minidump-Dateien sind Abbilder, die bei einem Absturz - so denn möglich - erstellt werden. Sie befinden sich im Ordner Minidump des Systemverzeichnisses. Diese Dateien kann man auswerten. Eine Anleitung ist hier zu finden. Alternativ kann die Minidump-Datei auch hier im Forum online gestellt werden. Dazu müsst ihr die Datei auf einem Freehoster wie rapidshare online stellen und dann die Datei im Post einfach verlinken.
Ein weiteres schönes Programm, um sich die Minidump-Dateien anzuschauen: Blue Screen View
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Furmark sollte wie folgt eingestellt werden:
(1) Stability Test
(2) Volle Auflösung, kein Window-Betrieb
(3) die Auflösung des eigenen Systems anpassen
(4) Multisample AntiAliasing auf Maximum stellen
Mit "Go" wird das Programm gestartet.
LinX
LinX kann genutzt werden, um einfach nur den Prozessor zu testen (z.B. für das Overclocking), aber auch als Speichertest.
(1) je größer die Problemgröße eingestellt wird, umso mehr muss der Prozessor rechnen und umso länger läuft das Programm
(2) je weniger Speicher angegeben wird, umso mehr wird der Prozessor (ohne Rambelastung) getestet und umso schneller läuft das Programm durch. Soll hingegen der Speicher mitgetestet werden, so sollte die maximal verwendbare Speichergröße eingestellt werden ("All"). Hier kann es durchaus vorkommen, dass das Programm nach Start direkt abbricht mit der Meldung "Not enough memory". In diesem Fall die Größe reduzieren.
(3) für einen Standard-Kurztest reichen die 20 Durchgänge. Für Overclocking oder einen Speichertest sollten es schon 100 Durchgänge sein.
Wenn unter (4) "minutes" eingestellt wird, entspricht die angegebene Zahl die der zu testenden Minuten
(4) hier kann man einstellen, ob Durchgänge oder Minuten getestet werden sollen ...
(5) der Statusbalken: grün = alles ok, rot = Fehler, blau = Leerlauf
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